Jahresbericht 2025

Die Gombo Blätter aus dem Hausgarten geben so viel Kraft wie der Spinat vom Seemann Popeye

Kaum zu glauben, schon wieder ist ein Jahr vorbei. Es gibt einiges zu erzählen. Aber wie fangen wir an? Das letzte Jahr war vom gesundheitlichen Standpunkt etwas schwierig. Aber wir sind wieder guter Dinge und freuen uns, Euch viel Positives berichten zu können.
Bau der Grundschule in Fuktum: die endlose Geschichte, (siehe Zwischenbericht 2025) hat nun ein glückliches Ende gefunden: der Schulbau ist fertig!

Wir hoffen sehr, dass wir zur Einweihung im Januar 2026 gemeinsam mit der Bevölkerung feiern können.


Hermann, ein Beniner Agraringenieur übernahm mit Freude den Part, Kindern von interessierten Grundschulen alles Wissenswerte und Grundlegende über den Naturschutz nahe zu bringen.
Mit den Schülern* diskutiert er über die Bedeutung der Bäume in unserem Lebensraum. Auch über die Vorteile und Hilfe die uns ein geschützter Wald und ein Garten bringt.

Hermann nutzt auch die Gelegenheit z.B. den Kindern von Fuktum zu zeigen, wie man eine Baumschule anlegt und auch ein Gemüsebeet. „In einem Monat werden wir die kleinen Pflänzchen aus den gekeimten Samen umpflanzen und in Töpfe setzen. Da haben sie Ruhe und können noch ein wenig wachsen. Dann am 1. Juni, zum Baumfest, ist der große Tag für die kleinen Moringa Setzlinge. Sie kommen aus dem engen Topf in das freie Feld, um dort zu einem kleinen Hain heran zu wachsen“.

 


Agrarprojekt SIA PLANTA

Die Umstellung auf ökologisch/nachhaltige Ackerwirtschaft in 40 Dörfern mit ca. 1.500 Bauernfamilien läuft sehr gut, trotz schwerwiegenden Einschränkungen und Rückschlägen durch die Klimaveränderung. Die Regenzeit verschiebt sich oder bleibt ganz aus, die Temperaturen steigen ungewöhnlich hoch an, sodass Pflanzsetzlinge nach der Keimung „verkochen“ Marianne war in Yakabissi auf den Feldern: „Schon in der Frühe war es ziemlich heiß. Der Wind brachte leider nicht die erhoffte Abkühlung. Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl an einer Schmiedeesse zu stehen und die heiße Luft des Feuers einzuatmen. Der Schweiß kristallisierte sich sofort zu Salz auf der Haut. Ich fragte mich, was ich lieber habe, klitschnass geschwitzt zu sein oder eine trockene, juckende Salzschicht auf der Haut zu haben…“

Yakabissi war ein trostloser Anblick. Nur trockene Blätter auf der Erde und kurzes gelbes Gras, wohin man schaute. Etwas konsterniert fragte ich Hermann und Brice „habt ihre eure Arbeit in Yakabissi aufgegeben“? „Nein, es ist zu trocken, die Pflanzen wachsen nicht“. „Komisch, ihr habt doch jedes Jahr azyklisch Tomaten, Chili und Gemüse angebaut“ „ja das stimmt, aber wegen des Klimawandels geht es nicht mehr. Wenn wir die im Schatten gezogenen Pflänzchen ausbringen, verbrennen sie in der enormen Hitze.“


Hausgärten, ein unglaublicher Erfolg

Um diesen Erfolg zu verstehen, müssen wir eine kulturelle Besonderheit erklären. Bei manchen Ethnien haben Frauen kein Recht auf eigenen Grund und Boden. Das Thema hat Gabaki Coffi aufgegriffen und die Schulung der Frauen im Projekt SIA PLANTA mit aufgenommen. Mit dem kleinen Stückchen Garten sahen ein paar mutige Frauen plötzlich die Chance dieses alte Gesetz zu umgehen. Nachdem der Anfang gemacht war, wagen immer mehr Frauen einen eigenen Hausgarten anzulegen.

Anlegen der Beete
Zubereitung des Biopesticides
Die Frage ist, welche Gemüse und Kräuter können zusammen ins gleiche Beet gepflanzt werden.


Sia Planta

Ein Schwerpunkt des Projektes Sia Planta ist die Aufforstung von Karité und Néré-Bäumen auf die Felder nach dem Prinzip der Agroforstwirtschaft. So sind laut Bericht von unserem Partner Gabaki Coffi im Jahr 2025 ca. 20.000 Karité- und 7.000 Néré-Bäume ausgepflanzt worden. Dort bilden sie nach einigen Jahren einen Schatten spendenden Schirm für die angebauten Nutzpflanzen und dienen als Bodenverbesserer. Sie binden Wasser im Boden und regenerieren die Pflanzendecke und den Humus auf natürliche Weise.

Als Gemüse wurde überwiegend Mungbohnen und Sesam angebaut. Diese beiden Gemüsearten finden großen Zuspruch bei der Bevölkerung.

Prüfung des Wachstumsverlaufs eines Karité Baumes
Anlegen einer Baumschule
Schulung der Bauernführer

Anderes Problem des Klimawandels: die Regenzeit hat sich verändert, vor allem im Süden.

Pierre erzählt, dass durch den langen Regen viel Soja verfault ist. Was aber überrascht, sagt er, Soja welches mit Kompost gedüngt und mit selbst hergestelltem Insektizid gespritzt wurde faulte nicht, bis auf ein paar schlecht gelagerte Ausnahmen. Pierre hat eine eigene Theorie dafür aufgestellt. Jede Pflanze hat bis zu einem gewissen Grad einen natürlichen Schutz. Mit den chemischen Mitteln wie Kunstdünger, Unkrautvernichter und Insektenmittel wird der natürliche Schutz der Pflanze abgetötet, d.h. die Pflanze steht nackig da und kann sich nicht wehren. Auch eine Idee.


Gute Nachricht

Die Dschihadisten wurden aus unserem Schulungsgelände in Orugbeni verjagt.

Die Terroristen hatten im Frühjahr 2024 das Schulungszentrum für unser Projekt SIA PLANTA besetzt. Das Gelände war ausgerüstet mit einem Schulungsgebäude, einem Lagerraum für die Kooperative, einem Brunnen mit Solarenergie und einer Baumschule mit tausenden Pflanzsetzlingen für Karité- und Nérébäume. Wie genau die Vertreibung vonstattenging wissen wir noch nicht. Kam es zu einem Kampf und wurde alles verwüstet? Wir warten noch auf den Bericht von Gabaki Coffi.

Wie auch immer. Wir sind auf jeden Fall froh, dass das Gelände wieder für die Schulung genutzt werden kann.


Der beste Schüler, Azubi

Auf der Suche nach guten Pfropfreisern

Abalo macht eine Ausbildung zum Baumveredler. Yoda, sein Ausbilder sagt, Abalo ist am wissbegierigsten von allen und er hat eine gute Hand. „Ihm werde ich nicht nur das normale Wissen der Veredelung weitergeben. Diesen Jungen werde ich als meinen Nachfolger aufbauen und in alle Geheimnisse des differenzierten Veredelns einweihen. Ich werde ihn und seine Arbeit weiterhin beobachten. Wenn der Moment gekommen ist, schlage ich vor, ihn in den Kreis der besten Baumversteher und Veredler aufzunehmen. Dort wird er noch viele Praktiken lernen die ich ihm jetzt noch nicht sagen kann. „


Unser Patenkind Pauline

Pauline ist ein taubstummes Mädchen. Trotz ihrer Beeinträchtigung hat sie die Grundschule mit Bravur gemeistert. Mit ihrem alten Großvater, dem einzigen Menschen, der sich um sie kümmert so gut es geht, sprachen wir über Paulines Zukunft. In Parakou gibt es eine Schule für Taubstumme mit Internat. Dort hätte die Kleine die Möglichkeit eine berufliche Ausbildung zu machen. Der Opa reagiert etwas zögerlich, er weiß, dass er die Schule niemals finanzieren kann, aber Pauline ist Feuer und Flamme. Sie hüpfte wie ein Kobold durch den Hof als sie erfährt, dass wir die Kosten übernehmen. Auch der Großvater ist beruhigt und glücklich.

 


Dankeschön
Bei all unseren unermüdlichen Spendern und Helfern, die sich schon lange Zeit für unsere Arbeit in Benin eingesetzt haben und dies immer noch tun, bedanken wir uns herzlich.
Ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr bei guter Gesundheit wünschen Euch
Marianne Dötzer und Alice Sücker

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