Projekt Yakabissi

Seit Januar 2017

In Benin ist der Agrarsektor, insbesondere der Gemüseanbau, eine der wichtigsten Einkommensquellen. Allerdings fordert der jahrelange Einsatz von Kunstdünger, Insektiziden und Gentechnik seinen Preis: der Boden ist degradiert und bringt bereits seit Jahren kaum mehr Erträge. Die Folgen: Hunger und Arbeitslosigkeit. Zahlreiche junge Menschen wandern aus Benin ab, um dem Hunger und der Perspektivlosigkeit im eigenen Land zu entfliehen. Hier wollen wir helfen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten!

Wir wollen junge Beniner unterstützen, ökologischen Gemüsebau und Obstplantagen zu betreiben. Dadurch soll aber nicht nur den jungen Beninern wieder eine Perspektive und eine Überlebensgrundlage geboten werden – auch der Boden kann sich wieder erholen und nachhaltig ertragreiche Ernte bringen.

Zu unserer Freude haben wir bereits ein grosses Stück Land bekommen, um dies Wirklichkeit werden zu lassen. Der König der Bariba hat WEMA HOME e.V. eine Fläche von 585 Hektar geschenkt.

 Folgende Projekte werden auf dieser Fläche realisiert:

Obst- und Gemüseproduktion (285 Hektar)

Tomaten-Ernte

Jungbauern und Jungbäuerinnen bewirten unter der  Schirmherrschaft des Königs der Bariba und mit der Begleitung und Unterstützung der kommunalen Behörden von Kouandé ökologischen Gemüsebau und Obstplantagen.

Obstbäume werden nach den Vorgaben des Labors für Saatgutanalyse aus Burkina Faso in Baumschulen kultiviert, veredelt und dann ausgepflanzt. Die Spezialisten entwickelten eine einzigartige Technik, nach der veredelte Obstbäume bereits nach zwei Jahren die ersten Früchte tragen.

Auf lange Sicht ermöglichen diese Maßnahmen die Etablierung verschiedener Verfahren, wie der Gewinnung von Fruchtsaft, der Extraktion von ätherischen Ölen sowie der Herstellung von Sheabutter und Trockenfrüchten.

Der zweite Bereich dient der Gemüseproduktion (Tomaten, Chilis, grüne Bohnen, Mais, Yams etc.) Das hierfür benötigte zertifizierte Saatgut erhalten sie aus Burkina Faso.

Durch Einsatz der Agroforstwirtschaft werden Mais, Soja, Hirse und Sorgho mit kurzem Wachstumszyklus angebaut. Zudem wird Maniok kultiviert und zu Maniokmehl verarbeitet (Gari genannt), welches einen erheblichen Anteil der Ernährung in Benin ausmacht.

Mit der Anwendung des nachhaltig ökologischen Ackerbaus wird verantwortungsvolle Landnutzung betrieben.

Naturschutzgebiet (Jardin/Fôrèt Sacré, 300 Hektar)

Jagen, Holz schlagen, das Weiden lassen von Vieh sowie das Legen von Buschfeuer ist in diesem Gebiet untersagt.
Da durch die Mitte dieses Gebietes der Mékrou fließt, stellt das Areal auch ein Rückzugsgebiet von wilden Büffeln dar, welche zu den gefährdeten Arten gehören. Auch Warzenschweine und Wildschweine sollen hier wieder eine Heimat finden.

Nutzen

  • Heimat für gefährdete Tierarten
  • Bodenschutz durch geeigneten Bewuchs
  • Vom Aussterben bedrohte Medizinpflanzen werden gesät/gesetzt
  • Aufstellen von Bienenstöcken zur Honiggewinnung
  • Verdienst durch Emissionshandel

Benötigt werden für das Gesamtprojekt:

  • Solarpumpen
  • ein Wasserverteilsystem, um die Gemüse-Anbauflächen gezielt mit Wasser zu versorgen (rationell und sparsam)
  • Bau von Unterkünften, Wirtschaftsgebäuden und Latrinen

Wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Gewinn

  • Durch die Zusammenarbeit von ausgebildeten Beniner Agraringenieuren mit arbeitslosen Jungbauern/Bäuerinnen, dem Forstamt, dem König und auch den erfahrenen Alten wird eine Basis geschaffen, um die Menschen im Land zu halten. Sie erarbeiten sich selbst eine Zukunftsperspektive.
  • Mit der Bevölkerung aus dem benachbarten Burkina Faso findet ein Austausch von Wissen und Bodenerzeugnissen statt.
  • In Zusammenarbeit mit der Beniner Universität absolvieren Studenten der Geologie, Biologie und Agrarwissenschaft ihr halbjähriges Praktikum in Yakabissi.