Marktlücke in Gobada

Als Abalo vom Großeinkauf aus der Provinzhauptstadt Savalou zurück nach Gobada kam – ohne Brot, weil er vergessen hatte, welches zu kaufen – gab es zunächst großen Ärger im Dorf. Dann fragte einer „Warum haben wir eigentlich keine eigene Bäckerei?“. Ein anderer antwortete: „Weil wir keinen haben, der das kann. Wer soll denn Brot backen? Wo soll das Brot verkauft werden? Wir haben keinen Ofen,…“.
„Mein Sohn ist Bäcker in Pauignan“ sagt Didier „Ich rede mal mit ihm“.
Pierre sagt: „Das Brot wird im Mädchenausbildungszentrum gebacken, wo sonst. Von Frauen. Verkauft wird es wie überall im Land am Markt oder am Straßenrand.“

Didiers Sohn Paulin ist nicht nur bereit, die 49jährige Veronique und die 15jährige Marceline 6 Monate lang in seiner Bäckerei auszubilden, er will auch Starthilfe geben:

Noch während der Ausbildung kam er nach Gobada und baute eigenhändig den Backofen – innen quadratisch, weil die Bleche viereckig sind und man so den Innenraum komplett ausnutzen kann. Weil er ahnt, dass die Nachfrage nach Brot riesengroß sein wird, rät er zum Kauf einer motorbetriebenen Rührmaschine. Immer wieder kommt Paulin in den folgenden Monaten, hilft den beiden Bäckerinnen und leitet sie an.
Um gutes Brot zu backen braucht man gutes Wasser. WEMA HOME ließ deshalb mit Spendengeldern im Februar diesen Jahres einen Brunnen im Ausbildungszentrum für Mädchen bohren. Durch zwei Granitschichten und 100m tief.

Inzwischen kommen Veronique und Marceline kaum nach mit dem Backen. Kinder auf dem Weg zur Schule kaufen hier morgens ihr Pausenbrot, die Frauen aus den umliegenden Dörfern kommen tagsüber in Scharen und sind froh, dass sie so gutes Brot in erreichbarer Nähe bekommen.
Und nächstes Jahr – wer weiß – gibt es im Mädchenzentrum vielleicht die Möglichkeit, Bäckerin zu werden.